Die Referenz 3419 "Convertible" von Patek Philippe wurde 1960 lanciert und bildet innerhalb der Calatrava-Familie eine Ausnahme, da sie ausschliesslich in Stahl gefertigt wurde – ein Material, das in der Markengeschichte dieser Epoche selten für ein eigenständiges Modell reserviert blieb. Die Referenz 3419 von Patek Philippe gilt bis heute als sehr seltene Referenz in Edelstahl.
Ihren Namen verdankt die Referenz einer cleveren Konstruktion, die im Vertrieb bewusst als praktisches Argument eingesetzt wurde: Die Referenz 3419 wurde vorwiegend mit einem Stahlarmband verkauft, wobei der Besitzer dank einer raffinierten Konvertierungs-Konstruktion unter dem Gehäuse die Möglichkeit hatte, dieses gegen ein Lederband auszutauschen. Konkret funktionierte das so: Das Lederarmband liess sich gegen die Metallversion austauschen, indem ein auf dem Gehäuseboden befestigter Metallring abgeschraubt wurde, wodurch die Bandanstösse freigelegt wurden – daher der Name "Convertible". Diese Lösung war seinerzeit keine Spielerei, sondern eine einzigartige und patentierte Gehäusekonstruktion mit abnehmbaren Bandanstössen, die die Befestigung eines integrierten Armbands ermöglichte.
Technisch bemerkenswert ist auch das Werk unter der Blende: die Referenz 3419 erschien im selben Jahr wie das antimagnetische Kaliber 27-AM 400, eine verbesserte Version des 1958 vorgestellten Kalibers 12'''400, nun ausgestattet mit einer Gyromax-Unruh, einem Anker aus Gold und einer freischwingenden, selbstkompensierenden Breguet-Spirale. Das vorliegende Exemplar mit diesem Kaliber gehört damit zur späteren, technisch weiterentwickelten Werksgeneration der Referenz. Das Kaliber 27-AM400 ist ein Handaufzugswerk mit 18 Steinen, reguliert für Hitze, Kälte, Isochronismus und fünf Lagen. Weil dieses Werk gegen Magnetfelder geschützt wurde, ordnen Fachleute die Referenz 3419 auch als eine Art Gebrauchs- oder "Werkzeuguhr" ein: Angetrieben vom antimagnetischen Kaliber 27-AM 400 macht dies die Referenz 3419 zu einer Uhr mit einem ganz bestimmten Zweck – für Patek Philippe eine sehr ungewöhnliche Ausrichtung.
Die Produktionszeit der Referenz war überschaubar: Sie blieb bis 1963 in Produktion. Entsprechend gering ist die Anzahl der heute bekannten Exemplare, was die 3419 zu einem gesuchten Stück für Sammler macht, die sich für die technische und gestalterische Vielfalt der Calatrava-Linie abseits der Goldmodelle interessieren. Das hier vorliegende Exemplar mit sonnenschliffenem, silbergrauem Zifferblatt, aufgesetzten Stabindizes, polierten Zeigern und kleiner Sekunde bei 6 Uhr entspricht in der Zifferblattgestaltung dem für die Referenz typischen, nüchternen Calatrava-Erscheinungsbild – zurückhaltend gezeichnet, ohne überflüssige Verzierung, ganz im Sinn der funktionalen Idee, die hinter dieser Stahlreferenz stand.
Eingebettet ist die 3419 in die Geschichte der Calatrava-Familie insgesamt: Unter der Führung der Familie Stern entwickelte das Haus einige seiner bekanntesten Modelle, darunter die Calatrava, eine elegant-minimalistische Dress-Uhr, die 1932 eingeführt wurde und nach dem seit 1887 verwendeten Calatrava-Kreuz benannt ist. Die Referenz 3419 zeigt, wie Patek Philippe dieses Grundkonzept in den frühen 1960er-Jahren um ein pragmatisches, fast sportliches Element erweiterte, ohne die zurückhaltende Formensprache der Calatrava aufzugeben – eine Kombination, die diese Uhr aus der Serienproduktion jener Zeit heraushebt.


